

Tante Minchens gute Stube - Deftiges in der Südstadt Foto: S. MischkeGleich neben der langen Theke prunkt ein riesiger Kachelofen, der allerdings, leider, nur noch Dekorationszwecke erfüllt. Tante Minchen liegt an der Hildesheimer Straße, direkt gegenüber der Gilde-Brauerei (U-Bahnhof Altenbekener Damm) und man erkennt es gleich am knallroten Anstrich. Das Lokal musste in den letzten Jahren einige Besitzerwechsel hinnehmen, es hat erst im Herbst 2009 nach längerer Schließung wieder neu eröffnet.
Minchen ist eine typische Vorstadtkneipe, ein Ort, für dessen Besuch man sich nicht unbedingt aufbrezeln muss und an dem man ungestört mit Freunden klönen kann. Na ja, ganz ungestört auch nicht, man sollte vielleicht ein gewisses Faible oder zumindest Toleranz gegenüber Country-Musik aufbringen, sonst wird der Abend kein Genuss. Überhaupt ist Tante Minchen etwas Amerikanisch angehaucht, das merkt man nicht nur an der Musik sondern auch an der Speisekarte. Die Gerichte tragen amerikanisch anmutende Namen, dahinter verbirgt sich aber eine recht traditionelle deutsche Küche ohne Schnickschnack. Der Salat ist frisch und leicht angemacht, die Bratkartoffeln schmecken wie bei Muttern. Hinter dem Begriff „Auswanderer“ verbirgt sich das täglich wechselnde Gericht. Alle Mahzeiten kosten 7,90 Euro, das vereinfacht die Sache, und satt machen sie allemal.
Und wenn man nach dem Essen eine rauchen möchte, dann ist das im Minchen auch kein Riesenproblem – hier ist die Südstadt doch wesentlich lockerer drauf, als das vermeintlich so anarchistische Linden. Nur Latte-Macchiato oder Cappuchino gibt’s nicht zur Zigarette, sondern halt einfach Kaffee. Wie gesagt, Schickimicki ist woanders.